Schärfer gehts nicht – vom Dengeln und Wetzen

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Mähen mit einer Handsense funktioniert nur, wenn das verwendete Sensenblatt scharf ist. Um  ein Sensenblatt  zu schärfen und währen der Arbeit schnittig zu halten, wird es vorher gedengelt und die Schneide während der Mahd mit einem Wetzstein wieder ausgerichtet. Dengeln ist alle 10 – 12 Arbeitsstunden erforderlich, gewetzt wird alle paar Minuten während der Arbeit, und zwar am “Dangl”, der dünnen Schneide.

Achtung: Nur geschmiedete Sensenblätter lassen sich dengeln, nicht jedoch (billige) Blechblätter (meist aus Fernost). Diese sind eher für den einmaligen Gebrauch gedacht.

 

Dengeln

 

Dengeln ist Schärfen mit Hammer und Amboß: Das Sensenblatt wird “platt” geschlagen. Dengeln ist Schmieden im kalten Materialzustand. Der Begriff “Dengeln” leitet sich vom Althochdeutschen “Tangol” (= der Hammer) ab. Die Methode “tengeln/dengeln” ist ziemlich alt und hat sich in all den Jahrhunderten nicht wesentlich geändert. Dengel ist mühevolle Präzisionsarbeit, die viel Erfahrung benötigt. Früher war Dengeln eine Aufgabe des Dorfschmieds.

Zum klassischen Dengeln gehört ein Dengelamboß und ein 500 Gramm schwerer Dengelhammer. Es gibt ebenso viele verschiedene Arten von Dengelhämmern wie von Dengelambossen. Beide müssen jedoch zueinander passen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Bei einem flachen Amboß wird ein Hammer mit spitzen Finnen verwendet, bei einem Spitzamboss die flache Seite des Dengelhammers.

Seit Sensenblätter gedengelt werden, haben die Menschen versucht, sich das Denglen zu vereinfachen. Sie haben dazu immer wieder Maschinen oder Apparate erfunden, die das Dengel  mit Hammer und Amboß ersetzen sollten. Leider ist dies nicht gelungen. Dennoch sind einige diese maschinen bekannt. So zum Beispiel die “Sensenleier”, bei der das Sensenblatt durch ein Kugellager gezogen und flachgequetscht wird.   Da aber dabei das Metall nicht verdichtet wird, ist diese Methode nicht vorteilhaft.

Allein der Schlagdengler (“Dengelbengel”, “peening jig”) ) hat sich als gut erwiesen. Er wurde vor ca. 150 Jahren in England erfunden und ist vor allem dort, in den vereinigten Staaten, Tschechien und Frankreich gebräuchlich.  Der Schlagdegler imitiert Hammer und Amboss: Das Sensenblatt wird auf einen Metallteller mit Stift in der Mitte gelegt, darüber werden konisch geformte Hülsen gestülpt, auf die man mit einem Hammer schlägt.

Die spitz zulaufenden Form der Hülsen an der Untzerseite erledigt den Rest: Höchster Druck ohne Zielen.

Der Sclagdengler vereinfacht das Dengeln so weit, dass es nach kurzer Zeit auch von Laien beherrscht wird. Die Sensenschule empfiehlt daher ausdrücklich den Schlagdengler / Dengelbengel zum Dengeln.

Wie das Dengeln mit dem Schlagdengler funktioniert, zeigt dieses Video (in englische Sprache):

 

Die Dengelfee (PEENING FAIRY)

Die Sensenschule hat es nun geschafft, auch das Dengeln mit dem Schlagdengler noch zu vereinfachen: Die Dengelfee ist ein Adapter zwischen Schlaghülsen des Schlagdenglers und Werkzeugaufnahme eines Bohrhammers. Die Dengelfee wird mit einem Elektro-Bohrhammer verwendet.

“Dengelfee” (peening angel) und Dengelbengel sind eine unschlagbare Hilfe für den Laien – der effektivste Dengelapparat, den es je gab.

Our peening fairy is the ultivative scythe blade sharpening help. Only to use with our peening jig as an adapter to a SDS + drill hammer.

Der eingeschaltete Bohrhammer übernimmt nun die Aufgabe des Dengelhammers, selbsttätig und schnell. TIPP: Wir nutzen einen Bohrhammer mit 1,7 KJ Schlagkraft und Drehstopp.

Der Erfolg: Mit ein klein wenig Übung ist die Schneide binnen weniger Minuten für die nächste Mahd scharf. Selbstverständlich ist traditionelles Dengeln mit drei Arbeitsgängen nicht 100 % ig zu ersetzen. Wie einfach jedoch das Dengeln mit dem Schlagdengler und Dengelfee (“peening jig & peening angel”) funktioniert, zeigt dieses Video: Nur mit Schlagdengle min. 0:00 – 2: 30, zusätzlich mit Sensenschule- Dengelfee ab min. 2:30.

Genial einfach- einfach genial!

Wir empfehlen daher den Teilnehmern unserer Sensenkurse den Gebrauch unseres hauseigenen Dengelapparates:  das Set aus Dengelbengel & Dengelfee:  NUR bei der Sensenschule erhältlich.

Beschreibung:

Schlagdengler (Dengelbengel) und Dengelfee
(peening jig & peening angel)

Sie erhalten:

* 1 x Schlagdengler inklusive zwei Dengelhülsen
 * 1 x Dengelfee (Adapteraufsatz SDS)

 59,00 EUR

Für Kursteilnehmer (direkt nach einem Kurs): 49,00 EUR Das ideale Geschenk!

A perfect present for all who prefer mowing with a scythe!!

 

Fragen zur Dengelfee: info(at)sensenschule.de

Wetzen

 

Das Wetzen mit einem Wetzstein ist KEIN Schärfen des Sensenblatts, wie so oft angenommen.

Der Wetzstein hat nur die Aufgabe, jenen Grat (leichte Verbiegung an der hauchdünnen Schneide) wieder aufzurichten, der sich beim Mähen durch den Gegendruck des Mahdgutes automatisch gebildet hat. Dadurch die Verbiegung wirkt die Sense “stumpf”. Mit wenigen gezielten Strichen eines (nassen) Wetzsteins wird die so verbogene Schneide wieder “ausgerichtet”. Das Sensenblatt schneidet wieder deutlich besser.

 

Der richtige Wetzstein

 

Selbstverständlich gibt es verschiedene Arten von Wetzsteinen: Sensenwetzsteine zeichnen sich durch eine typische ovale, zigarrenförmige Form aus. Dies aus gutem Grund! Zum Wetzen von Sensenblättern bitte nur diese Wetzsteine verwenden, keine eckigen / geraden Abziehsteine und schon gar keine Flex!

Geeignet zum Wetzen sind natürliche und künstliche Wetzsteine . KUNSTWETZSTEINE sind industriell gefertigt und bestehen aus einem Trägerstoll und einer schleifenden Beimischung.

Kunstwetzstein

NATURWETZSTEINE sind aus einem Sandsteinbruch gewonnen und danach bearbeitet/ geschliffen, bis sie die gewünschte Form und Größe haben. Naturwetzsteine herstellen ist ein traditionelles Handwerk. Naturwetzsteine sind teuer und brechen leicht. Aber sie sind bei guten Sensenblättern die allerbeste Wahl, um das Sensenblatt möglichst schonend zu wetzen. Wenn möglich, empfehlen wir, bei einem guten Sensenblatt auch immer einen guten Naturstein zu verwenden.

Wetzstein Natur: “Roter Storch”

Die Sensenschule empfiehlt Naturwetzsteine. Wahrend der Kurse verwenden wir den “roten Storch” , der leider nicht mehr im Handel erhältnisch ist.

Kosteninfo: Kunstwetzsteine liegen bei ca. 4-10 EUR (Stück) , Naturwetzsteine bei ca. 10 – 40 EUR.